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Barbara Haane

Medikament: Schilddrüsenhormone - Chemie ist was anderes

Medikament: Schilddrüsenhormone - Chemie ist ganz was anderes

Sehr oft höre ich den Satz: „Ich nehme zwar Schilddrüsenhormone, möchte aber eigentlich keine Chemie mehr nehmen!“
Wo kommt der Gedanke, sich chemischen und gleichzeitig gesundheitsschädlichen Stoffen auszusetzen?

Ich vermute, da Schilddrüsenhormone gleichzeitig Medikamente sind, dass diese mit Antiobiotika oder Schmerzmitteln gleichgesetzt werden.
Medikamente haben als "Chemie" ihren Stempel weg. – Verständlicherweise, denn sie werden aus meiner Erfahrung viel zu oft verschrieben, noch bevor die richtige Ursachenforschung begonnen hat.

Da ich ein großer Freund von Wissensvermittlung und Aufklärung bin, möchte ich hier einmal Partei ergreifen und die verschreibungspflichtigen Schilddrüsenhormone in ein anderes Licht rücken.


Die Geschichte der Arznei

Bereits in der Antike wurde die Kenntnis für die Wirkung von Arznei durch Beobachtung, Zufall und Erfahrung gewonnen. Die erste Medizin bestand zu großen Teilen aus Pflanzen und Heilkräutern1.

Erst im 19. Jahrhundert enstand die Ausbildung zum Apotheker, als reguläres Handwerk. Die Arzneimittel noch selbst herstellten. Fast zeitgleich mit der Entstehung der klinischen (Bio-)Chemie2.

1922 wurde der erste Typ I Diabetiker3 erfoglreich mit tierischem Insulin behandelt. Der Beginn zur Herstellung (Synthese) körpereigener Hormone für Hormontherapien.

Auch unser Körper arbeitet mit Synthese4. Hierbei stellt er lebenswichtige Stoffe her, die nicht über die Nahrung aufgenommen werden können.


Der menschliche Körper als Biochemiefabrik

Nehmen wir das Periodensystem her, finden wir dort chemische Stoffe, die auch in unserem Organismus zu finden sind. Zum Beispiel die für den Elektrolyhaushalt wichtigen Stoffe wie Kalium, Natrium, Kalzium und Magnesium. Auch das Immunmineral Zink, der Mineralstoff Eisen oder das Spurenelement Selen sind dort zu finden.

Leider hat sich die Pharmazie durch Lobbyismus, in den letzten Jahrzehnten in eine stark finanzorientierte Richtung entwickelt. Nichtsdestotrotz brauchen wir bestimmte Medikamente (Hormone), wenn diese nicht mehr produziert werden können.


Wichtigkeit von Qualität und Schadstofffreiheit

Natürlichkeit und Qualität sind mir sehr wichtig. Daher setze ich mich im Vorfeld mit allem auseinander, was in und an meinen Körper kommen soll! Dabei achte ich auch darauf, dass Inhaltsstoffe in Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln keine anderen Organe bei der Ausscheidung gefährden.

Umso wichtiger finde ich es, Medikamente nicht in Schwarz oder Weiß einzuteilen, sondern zu differenzieren:
Ja, Hormone wie L-Thyroxin werden synthetisch hergestellt. Doch kommt es darauf an, OB diese 1:1 den körpereigenen Hormonen entsprechen (also bio-/ körperidentisch sind) oder eben nicht (körperfremd).

Das beste Beispiel für körperfremde Hormone ist die Anti-Baby-Pille, die eigentlich ein Medikament mit hormonähnlicher Wirkung ist. Darin enthalten sind Progestine (körperfremde synthetische Gestagene), die sich an die Rezeptoren im Körper haften, die Eigenproduktion blockieren und gleichzeitig nicht für den Organismus nutzbar sind.
Die Anti-Baby-Pille zählt damit zu den Medikamenten, die unsere Entgiftungsorgane, Leber und Niere, stark belasten.

Anders ist es mit der Hormontherapie bei Schilddrüsenunterfunktion bzw. Hashimoto Thyreoiditis. Denn hier entsprechen die Hormone 1:1 denen der Schilddrüse. Vergleichbar mit Insulin für Typ I Diabetiker, da es sich dort auch um das in der Bauchspeicheldrüse produzierte Insulin handelt.

Bildlich gesprochen: das Schlüssel-Schloss-Prinzip. Im Labor hergestellte Hormone können ein genaues Duplikat (Schlüssel) der Körperhormone sein und haben somit die gleiche Wirkung wie die körpereigenen Hormone.

Es macht also einen großen Unterschied, auf welche Art die Hormone im Labor hergestellt werden. Will heißen, dass die Schilddrüsenmedikamente zu den Guten zählen und nicht mit Schmerzmitteln oder Antibiotika zu vergleichen sind.


Unverträglichkeiten von Schilddrüsenhormonen

Symptome, die viele auf die SD-Hormone zurückführen, entstehen aus meiner Erfahrung durch 3 mögliche Gründe:

  1. Die medikamentöse Einstellung der Schilddrüse passt noch nicht. Es sollten Blutwerte kontrolliert und die Einstellung ggf. mit Ihrem Arzt angepasst werden.
  2. und
  3. Es bestehen weitere Baustellen, wie zu wenig Ressourcen (Mikronährstoffe), ein Ungleichgewicht der Sexualhormone und / oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
  4. oder
  5. Mögliche Unverträglichkeit auf Hilfsstoffe in den Schilddrüsenmedikamenten.

Hilfsstoffe unterstützen den Körper bei der Verstoffwechselung der Grundsubstanz, also der körpereigenen Hormone und sind also wichtig bzw. unumgänglich.
Allerdings nutzt jeder Hersteller andere Hilfsstoffe, die zum einen die Bioverfügbarkeit5 beeinflussen und zum anderen bei manchen Menschen Unverträglichkeiten auslösen können. Deshalb sollte auch immer der selbe Hersteller genutzt werden. Da die Bioverfügbarkeit Einfluss auf die Höhe der tatsächlich aufgenommenen Hormone hat.

Neben Hilfsstoffen gibt es noch die sogenannten Füllstoffe. Diese werden in Nahrungsergänzungsmitteln (Doppelherz, Taxofit, Abtei, Cetebe, Tetesept und andere) eingesetzt. Sie dienen zum Erhöhen des Volumens von Tabletten und Pulvern, allerdings mit teils gefährlichen Risiken. So werden zB. oft Trennmittel, wie Titandioxid (E 171), benutzt. Titandioxid gilt als gesundheitsschädlich und soll bald verboten werden.


Quelle:
[1]https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/medizin/pharmaindustrie/pwwbarzneimittelgeschichte102.html
[2] https://www.diabetesde.org/100-jahre-insulin-geschichte-lebenswichtigen-hormons?ihre-hilfe/spende
[3] https://www.roche.de/aktuelles/stories/die-geschichte-der-labordiagnostik/
[4] https://medlexi.de/Synthese
[5] https://www.forum-schilddruese.de/service/schilddruese-news/schilddruese-news-2014/news-2014-08

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